Köln für Alle/ Cologne for All

deutsch

deutsch

Wer wir sind

Im Juli 2016 haben wir uns unter dem Motto „Köln für Alle“ erstmals versammelt. Wir, das sind bislang Kölner*innen aus verschiedenen Willkommensinitiativen, antifaschistischen/antirassistischen Gruppen, wohnungspolitischen Initiativen, migrantischen Selbstorganisationen und Einzelpersonen. Wir wollen gesellschaftliche Auseinandersetzungen um Gesundheit, Wohnen, Infrastruktur und Bildung kommunal aufgreifen und gleiche Rechte für Alle ungeachtet Herkunft, Geschlecht, sozialem Status, sexueller Verortung und Aufenthaltsstatus fordern. Aufgrund der großen Missstände hinsichtlich des Wohnens von alteingesessenen, neu hinzugekommenen und geflüchteten Menschen in Köln haben wir uns entschieden, dass unser „Köln für Alle“ zunächst „Wohnraum für Alle“ heißen muss…
Statt menschenunwürdiger Unterbringung und Wohnungsnot:
Bezahlbarer Wohnraum für Alle!
Die Situation auf dem Wohnungsmarkt in Köln hat sich in den letzten Jahren immer weiter zugespitzt. Bezahlbarer Wohnraum ist inzwischen nicht nur in zentraler Lage, sondern auch im Kölner Umland eine Seltenheit geworden. Dies wurde immer wieder von unterschiedlichen Wohnraum-Initiativen und Nachbarschaftsinis zum Thema gemacht. Hinzu kommt nun, dass die Situation Geflüchteter in Köln nach wie vor auf dem Stand vom Beginn der Migrationsbewegung ist. Viele Geflüchtete sind weiterhin in Turnhallen oder in anderen Massenunterkünften untergebracht und leben dort seit Monaten unter menschenunwürdigen Bedingungen.

Die Stadtverwaltung sieht keinen Bedarf die Situation zu verbessern und Unterstützer*innen stoßen immer wieder an ihre Grenzen. Im letzten Sommer bildeten sich viele Willkommensinitiativen, die an Bahnhöfen Menschen willkommen hießen und später dann in den Stadtteilen praktische Solidarität leisteten, durch Spenden, Arbeitseinsätze und Unterstützung bei Behördengängen. Dies ist nun etwa ein Jahr her und die dort aktiven Menschen sind zunehmend frustriert, da sie mit ihrer Arbeit regelmäßig gegen die Mauern der Stadtverwaltung anlaufen, die sich nicht bewegt. Wohnungssuchende Menschen in Köln, ob alteingesessen, neu hinzu gekommen oder geflüchtet, sind also gleichermaßen frustriert. Durch steigende Einwohner*innenzahlen in Köln werden sie auf dem Wohnungsmarkt gegeneinander ausgespielt.

Wir wollen dieser Konkurrenz Solidarität entgegensetzen, indem wir betonen, dass die Suche nach bezahlbarem Wohnraum und menschenwürdigem Wohnen ein gemeinsames Anliegen ist, das gegen Verwertungslogiken des Marktes, individuelles Profitstreben und institutionellen und individuellen Rassismus und Diskriminierung durchgesetzt werden muss. Wir wollen die Leidtragenden des Wohnungsmarktes in Köln zusammenbringen.